Dysmenorrhoe in der gynäkologischen Praxis

Medizinische Hypnose in der Frauenheilkunde

dysmenorrhoe endometriose medizinische hypnose studiennotizen aus medizinischer hypnose

Musings on Medical Hypnotherapy


Die kleine Studie aus Indien, genauer aus Gujarat, in der bei Krankenpflegeschülerinnen mit Dysmenorrhö Hypnose mit medikamentöser Schmerztherapie verglichen wurde, ist aufgrund der geringen Teilnehmerinnenzahl angreifbar.

Sie ist kein Leitlinien-Gong. Sie ist kein: So, jetzt ist alles bewiesen, bitte alle aufstehen und die Ibuprofen-Schublade abschließen.

Ich bin trotzdem froh, dass es diese Studie überhaupt gibt.

Denn wenn ich die medizinischen Datenbanken durchforste, sind so gut wie keine Studien zu finden zum Thema Hypnose bei Dysmenorrhö. Und erst recht nicht zu Hypnose bei Endometriose.

Endometriose. Eine Erkrankung, die etwa eine von zehn Frauen betrifft. Eine Erkrankung, die massive Schmerzen verursachen kann. Nicht „ein bisschen Regelschmerz". Nicht „stellen Sie sich nicht so an". Sondern Schmerzen, die Alltag, Arbeit, Sexualität, Kinderwunsch und Lebensqualität betreffen können.

Wie kann das sein?

Während es zu anderen Formen der Schmerzmodulation mittels Hypnose etliche Studien gibt, Metaanalysen, klare Hinweise darauf, dass Schmerzen durch hypnotische Interventionen in vielen Fällen moduliert werden können, sieht es in der Frauenheilkunde erstaunlich leer aus.


Es geht nicht darum, Schmerzen mit Hokuspokus wegzuhexen.

Es geht darum, Menschen, die unter Schmerzen leiden, deutlich bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Es geht darum, den eigenen Körper wieder weniger als Feind zu erleben. Es geht darum, Schmerzmittel nicht zu verteufeln, aber auch nicht so zu tun, als sei der Rezeptblock die einzige Antwort.

Nichtsteroidale Antiphlogistika sind hilfreich. Natürlich. Ich bin Ärztin. Ich habe nichts gegen Ibuprofen, Naproxen & Co, wenn es gebraucht wird.

Aber Schmerzmittel haben Nebenwirkungen. Magen-Darm-Trakt, Niere, Wechselwirkungen, Kontraindikationen. Und vor allem beantworten sie nicht jede Frage, die der Körper stellt.


Das Problem liegt, wie in anderen medizinischen Disziplinen auch, darin, dass es ja „nur Frauen" sind.

Nur zyklusbezogene Beschwerden. Nur Regelschmerzen. Nur ein paar Tage im Monat.

Nur: Für die betroffenen Frauen ist daran nichts klein.

Wenn eine Schülerin jeden Monat fehlt, eine Studentin Prüfungen mit Wärmflasche und Schmerzmitteln durchsteht, eine Patientin mit Endometriose jahrelang hört, sie solle sich nicht so anstellen, dann ist das kein Randthema.

Dann ist das Medizin.


Es reicht nicht, vorhandene Studien zu lesen. Wir müssen auch sehen, welche Fragen gar nicht erst gestellt wurden.

Manchmal sagt die Studienlage nicht nur etwas über eine Methode. Manchmal sagt sie vor allem etwas darüber, welche Körper in der Medizin lange nicht interessant genug waren.

 

Was Petra über Paula sagt, sagt mehr über Petra als über Paula.

Und was PubMed über Hypnose und Endometriose nicht sagt, sagt nicht nur etwas über Hypnose. Es sagt auch etwas darüber, welche Schmerzen in der Medizin lange auf dem Stationsflur stehen gelassen wurden.


Wir kommen in anderen Bereichen der Medizin langsam darauf, dass Frauen in der Forschung endlich als die Hälfte des Himmels betrachtet werden sollten, die sie sind.

Frauen sind keine kleineren Männer mit im Durchschnitt weniger Muskelmasse. Frauenkörper funktionieren anders. Zyklus, Hormone, Schmerzverarbeitung, Entzündungsprozesse, Lebensphasen: Das gehört in medizinisches Denken hinein.

Auch in die Forschung zur Hypnose.

Und deshalb feiere ich diese kleine Studie. Nicht, weil sie perfekt ist. Sondern weil sie existiert.

Sie öffnet eine Tür.

Sie fragt: Was wäre, wenn wir Frauen mit zyklusbezogenen Schmerzen nicht nur Schmerzmittel und Durchhalten anbieten?

Was wäre, wenn medizinische Hypnose hier ein ernstzunehmendes Werkzeug sein könnte?

Nicht statt Medizin. Sondern als Teil von Medizin.

Als Werkzeug im Werkzeugkoffer von Ärztinnen, Hebammen, Heilpraktikerinnen für Psychotherapie und anderen Kolleginnen, die Frauen nicht mit „da müssen Sie durch" nach Hause schicken wollen.

My Musings on Medical Hypnotherapy for today.

 


Quelle: Shah M., Monga A., Patel S., Shah M., Bakshi H. „The Effect of Hypnosis on Dysmenorrhea." International Journal of Clinical and Experimental Hypnosis, 2014. doi: 10.1080/00207144.2014.869128 

 


Aus der GynHypno-Werkstatt

GynHypno® ist ein Ort für Medizinische Hypnose, Hypnotherapie, Phytotherapie und konkrete Werkzeuge in der Frauenheilkunde. Die ersten Fachnachmittage starten im Herbst 2026.

Back to Blog